Rettungsmöglichkeit

Einfache Rettungsmöglichkeiten für Schiffsmodelle wenn das Modell einmal sinken will

So spektakulär wie bei der "Titanic" wird es wohl nie werden, wenn unser Schiffsmodell aus irgendeinem Grund (wahrscheinlich, weil es voll Wasser gelaufen ist) versinkt und in Richtung Teichgrund verschwindet. Vorwürfe fahrlässig Menschen in Gefahr gebracht zu haben, braucht sich der Schiffsmodellbauer aber nicht zu machen, gottseidank. Er ärgert sich furchtbar darüber, daß es zu dem Untergang gekommen ist und überlegt wie er sein Modell möglichst bald aus dem Wasser fischen kann.

Selbst wenn einiges am Modell beschädigt wurde und das eine oder andere Teil nicht mehr zu gebrauchen ist, ein Totalschaden, bzw. Der Totalverlust, ist immer unangenehmer als ein begrenzter Schaden.

Daß ein Schiffsmodell wirklich untergeht ist leider gar nicht so selten und manches dieser Modelle wurde nie wiedergefunden. Ob es nun von der Strömung mitgenommen oder von einem im Tauchen geschickten Interessenten gestohlen wurde, ist am Ende egal, der Verlust bleibt der gleiche.

Ist der Schiffsmodellbauer ein guter Taucher, wird er es wahrscheinlich erst einmal auf eigene Faust versuchen, wenn das Wasser nicht zu tief ist.

Professioneller geht es natürlich dann, wenn man einen Sporttaucher - Club anspricht. Gegen eine Spende für die Clubkasse sind die Taucher meistens bereit zu helfen.

Auf die Idee, diesen Bericht zu schreiben, hat mich ein junger Mann gebracht, der mir von folgendem Erlebnis erzählte:

Gemeinsam mit drei weiteren Schiffsmodellbauern stand er an einem Nachmittag in Hamburg an der Alster und hatte wie die anderen viel Spaß mit seinem Schiffsmodell.

Was dann geschah, war schon kriminell. Plötzlich kam nämlich ein relativ schnelles (bemanntes) Schlauchboot angesaust, das sofort einen Schlenker in Richtung Modellboote machte und alle vier Modelle rammte, bzw. überfuhr.

Der Flegel mit dem Schlauchboot verschwand anschließend sehr schnell. Weil das Schlauchboot kein Kennzeichen hatte, konnte man ihn leider nicht belangen.

Bei den Modellbooten sah es schlimm aus. Drei sanken sofort, während das dritte Boot zwar nicht sank, aber so stark beschädigt war, daß man von einem Totalschaden sprechen konnte.

Wenn die Modellbaufreunde diesen Beitrag vorher gelesen hätten, wäre wahrscheinlich keines der Modelle gesunken. Beschädigt wären sie aber trotzdem gewesen.

Es gibt aber auch andere Gründe aus denen ein Schiffsmodell untergehen kann. Meistens ist das Modell gesunken, weil es nicht richtig getrimmt war und umkippte. Sofort einlaufendes Wasser sorgte dann für den Untergang. Andere Modelle gehen einfach unter, weil sie einfach irgendwo unter der Wasserlinie undicht sind.

Wenn am Stevenrohr vorbei Wasser in den Rumpf eindringen kann, ist das Stevenrohr nicht richtig mit dem Rumpf verleimt. Wasser- Ein- und Auslaufstutzen am Rumpfboden, bzw. an der Rumpfwand, die für die Löschoder Lenzpumpen erforderlich sind, gehören zur gleichen Thematik. Wenn ich sie nicht vernünftig einklebe und abdichte, kann schon einmal Wasser eindringen. Dabei gibt es doch so tolle Kleb- und Dichtungsmittel (z.B. Stabilit-Express und 5-Minuten-Epoxi zum Kleben und Silikonkautschuk zum Dichten).

Sind diese möglichen Schwachstellen geprüft und wo erforderlich behoben, gibt es weitere.

Styropor im Rumpf

Schlauchanschlüsse müssen unbedingt gesichert werden. Um ein Abrutschen der Schläuche zu vermeiden, sollte jeder Anschluß mit einem Kabelbinder gesichert werden. Eine zusätzliche Silikonraupe dichtet zusätzlich.

Mit einiger Sorgfalt läßt sich so mancher Schaden vermeiden, wie man sieht. Um ganz sicher zu gehen, sollte man aber noch etwas ganz anderes tun. Eine Vorbeugung gegen mögliches Sinken, auch wenn Wasser in den Rumpf eingedrungen ist, ist da unbedingt zu empfehlen.

Luftdichte Hohlräume, Styroporklötze und Schaum aus der Tube, sind da die Hilfsmittel, die eingesetzt werden können.

Luftdichte Hohlräume kann man praktisch nur beim Bau des Rumpfes mit berücksichtigen, oder durch eingeklebte (abgedichtete) Plastik Behälter erreichen.

Styropor und Schaum aus der Tube sind da aber die praktischeren und effektiveren Mittel, weil sie, da sie kaum etwas wiegen, selbst nicht untergehen können und an vorhandene Platz- und Raumverhältnisse angepaßt werden können.

Styropor, das allgegenwärtige Verpackungsmaterial wird erst einmal grob in kleine, gut unterbringbare Klötze geschnitten, die jeweils dem Platzangebot entsprechend mit Messer und grobem Sandpapier geformt und eingeklebt werden. Daß dazu nur Kleber genommen werden können, die das Styropor nicht angreifen, ist sicher selbstverständlich.

Styropor läßt sich außerdem, in kleine Platten geschnitten, auch unter das Deck kleben, während im Bereich Bug und Heck der Form angepaßte Klötze untergebracht und eingeklebt werden können.

Der Schaum aus der Tube hat ganz andere Eigenschaften, angenehme und unangenehme.

Hilfreich und überaus angenehm ist beim Schaum, daß er praktisch jede Lücke füllen kann und keinen zusätzlichen Klebstoff benötigt.

Unangenehm am Schaum ist sein unbändiger Wille sich in jede Richtung ausdehnen zu wollen. Er könnte ohne weiteres einen Rumpf verformen oder sogar auseinander sprengen.

Der Einsatz eines solchen Schaumes muß also mit größter Vorsicht erfolgen. Um sich ein Bild von der Ausdehnungsmöglichkeit des Schaumes machen zu können, ist es sicher gut die Beschreibung vorher noch einmal durchzulesen, in der meistens auch der Ausdehnungsfaktor angegeben wird.

Während man mit Styropor den ganzen Rumpf vollstopfen könnte, auch wenn damit jeglicher Zugang zu den Einbauteilen verbaut wäre, dem Rumpf würde dabei nichts passieren.

Soll also Schaum genommen werden und dafür spricht schon einiges, dann solltel er kleinen Mengen aufgetragen werden. Wenn sich die erste Schicht dann voll ausgedehnt hat und durchgetrocknet ist, kommt eben die nächste Schicht drauf. Mit dieser Schritt für Schritt oder Schicht auf Schicht - Methode kann dem Rumpf kaum etwas passieren.

Lose, bzw. Abnehmbare Aufbauteile sollten bei solchem Unglück natürlich möglichst ebenfalls gerettet werden können. Also müssen sie auch unsinkbar gemacht werden.

Für die Aufbauten bietet sich das Styropor als praktischste Hilfe an. Klötze aus Styropor zu schneiden und in den Aufbau zu kleben, ist sicher kein Problem.

Wichtig ist aber auch hier, genauso wie im Rumpf, daß alle Holzteile die mit dem Wasser in Berührung kommen können, auf alle Fälle vorher mit Porenfüller oder einem anderen Grundiermittel wasserfest grundiert werden.

Styropor in den Aufbauten

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