Schiffsmodell und Failsafe?

Bei den Modellfliegern ist es eine alte Sache, sie nutzen die „Failsafe" - Funktion ihrer Fernsteuerung (soweit die Anlage eine hat, im PCM - Modus arbeitende Fernsteuerungen haben sie sowieso) längst zur möglichen Rettung ihrer Flugmodelle in Notsituationen.

Wenn bei aktiviertem Failsafe durch eine Fremdstörung, oder aus welchem Grund auch immer, der Sender den Empfänger im Modell nicht erreicht, werden alle Servos, außer dem Gas - Servo, das auf Leerlauf gestellt wird, auf ihre normale Nullstellung gebracht. Ist das Flugmodell gut getrimmt kann es, falls die Störung anhält, mit etwas Glück, ohne größeren Schaden landen. Ohne Failsafe würde es möglicherweise irgendwo zerschellen.

Im Bereich der Schiffsmodelle ist m.E. bisher das Failsafe noch nicht sonderlich genutzt worden. Dabei könnte es auch da recht hilfreich sein, besonders bei den schnellen Rennbooten - um Unfälle vermeiden zu können - und bei kostspieligen Multifunktionsmodellen, um das Modell am Wegfahren zu hindern. Voraussetzung ist aber auch hier eine RC - Anlage die die Failsafefunktion hat.

Außer der entsprechenden RC - Anlage ist neben den beiden Servos für Lenkung und Gas beim Schiffsmodell mit Verbrennungsmotor, oder dem Lenkservo und dem Fahrtregler beim Schiffsmodell mit Elektroantrieb, ein zusätzliches Servo und ein Servo - Aufsatzmischer (im Simprop - Programm) für die Funktion Failsafe erforderlich. Da Anlagen mit Failsafe allgemein sowieso mehr als nur zwei Kanäle haben, ist der zusätzlich erforderliche Kanal für das Failsafe - Servo sicher kein Problem.

Außerdem wird für das Failsafe - Servo am Sender ein Ein-/Aus-Schalter benötigt.

Wie soll das Ganze nun funktionieren und was soll überhaupt damit erreicht werden?

Was passiert denn, wenn der Sender das Schiffsmodell aus irgendeinem Grund nicht mehr erreicht?

Normalerweise fährt das Schiffsmodell beim Betrieb mit einer AM- (oder SSM-) Anlage ebenso wie mit einer einfachen FM - Anlage, also einer Anlage ohne die Failsafefunktion, genauso weiter wie es gerade fuhr, genauso schnell und in die gleiche Richtung. Führt diese Richtung das Modell zufällig zurück zum Ufer, kann noch alles gut gehen. Fährt das Modell aber weg vom Ufer und womöglich auch noch mit voller Fahrt, sieht es nicht mehr so gut aus. Abgesehen von möglichen Schäden, die das Modell anrichten kann, es kann dabei auch einfach verloren gehen und welchem Modellbauer kann das gefallen.

Besonders unangenehm kann so ein Ausfall bei Rennbooten werden. Wer weiß, was so ein unkontrolliertes Boot anrichten kann? Ich habe schon einmal ein Rennboot gesehen das, aus welchem Grund auch immer, plötzlich unkontrolliert vom Wasser abhob und mit voller Geschwindigkeit in Richtung Startstelle flog (!). Am Ufer hat es dann einen sich gerade bückenden Teilnehmer am Rücken getroffen. Der betroffene hatte Glück im Unglück. Seine Lederjacke war hinten aufgeschlitzt und hat ihn somit vor Verletzungen geschützt.

Beim Betrieb mit Failsafe sieht das ganz anders aus.

Mit Hilfe des Failsafes läßt sich das schlimmste vermeiden und das Modell retten. Wenn ein Failsafe das das Modell aus jeder Position zum Ufer zurück bringt auch schön wäre, es ist leider nicht so ohne weiteres möglich. Statt dessen kann das Modell mit Hilfe des Failsafes dazu gebracht werden, daß es nur noch mit niedriger Geschwindigkeit, solange auf der Stelle kreist, bis der Fahrakku leer oder der Treibstoff verbraucht ist, bzw. Bis die Störung vorbei ist und das Modell wieder gesteuert werden kann.

Das Failsafe kann so programmiert werden, daß der Motor bei Beginn der Störung sofort gedrosselt wird und das Lenkservo das Ruder in einen Ausschlag bringt, mit dem das Modellboot einen vorher bestimmten Vollkreis fährt, der nicht zu engen Vollkreis fährt. Ist der Vollkreis nicht zu eng, besteht eher die Möglichkeit, daß das Modell wieder vom Sender erfaßt und somit auch wieder steuerbar wird.

Da das Failsafe bei entsprechender Programmierung zu Beginn einer Störung den Motor sofort drosselt und das Lenkservo in seine Mittelstellung bringt, mußte ein Weg gefunden werden das Ruder beeinflussen zu können.

Die Lösung kann dann so aussehen: Auf die Abtriebsscheibe des Lenkservos wird ein sogenannter Servo - Aufsatzmischer geschraubt (Bild 1).

Bild 1

Dieser Aufsatzmischer wird über ein Gestänge mit dem Ruder verbunden (Bild 2).

Bild 2

Anschließend wird das zweite Servo (das Faissafe - Servo) über ein Gestänge mit dem mittleren Kugelanschluß des Aufsatzmischers verbunden (Bild 3).

Bild 3

Das Failsafe - Servo wird über den Zusatzschalter am Sender (der nur zwei Stellungen hat) auf Vollausschlag rechts gestellt. Aus dieser Position heraus wird die Abtriebsscheibe des Failsafe - Servos losgeschraubt, angehoben und so auf das Servo gesetzt, daß sie im rechten Winkel zum Gestänge steht.

Da im Falle einer Störung alle Servos vom Failsafe auf Mittelstellung gebracht werden, geht das Lenkservo zwar in seine Mittelstellung und das Ruder somit ebenfalls, da das zusätzliche Failsafe - Servo den Aufsatzmischer auf dem Lenkservo aber nach vorne kippt, schlägt das Ruder soweit nach rechts aus, wie es der Skipper geplant hat (Bild 4). Das Modell kreist also auf der Stelle.

Bild 4

Wichtig ist bei der Failsafe - Ruderstellung, daß der Vollkreis nicht zu eng gefahren wird. Ist er groß genug, besteht eher die Möglichkeit, daß das Modell wieder vom Sender erfaßt und somit auch wieder steuerbar wird.

Failsafe ist nicht nur für den Einsatz in Rennbooten interessant, sondern ebenso in allen anderen Modellen und sicher besonders in U - Bootsmodellen.

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